Bildung, Leben und Verkehr

Heute an Morgen denken: in Kinder investieren

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Die Wegberger Grünen werden sich dafür einsetzen, dass Schülerinnen und Schüler nicht auf die Unterstützung von Sozialarbeiter/innen verzichten müssen. Wenn die FDP meint, dass Lehrer und Schüler diese Aufgabe selbst übernehmen können, dann muss das schon als zynisch bezeuchnet werden. Hier hilft auch kein Weichspüler. MSR

Grüne Mobilität

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Grüne Mobilität für unsere Stadt bedeutet:

– wir müssen das überholte Leitbild der autogerechten Stadt zu einem Leitbild der gleichberechtigten Mobilität entwickeln

– wir müssen in der Fortbewegung vernetzt denken: Menschen zu Fuss, Fahrrad, öffentlicher Nahverkehr und Auto müssen optimal miteinander vernetzt werden

–  Der Umweltverbund aus Fuß und Rad, Bus und Bahn muss deutlich gefördert werden

Um das zu erreichen müssen wir Ideen aus der Bevölkerung mit einbringen und  Öffentlichkeitsarbeit in Form von Ideenwerkstätten durchführen. Zwei wichtige Säulen grüner Mobilität sind der ÖPNV und das Fahrrad. Beide Bereiche verdienen in Wegberg mehr Beachtung.

Die Schwalm-Nette Bahn muss modernisiert werden. Die Bahnhöfe müssen attraktiver gestaltet werden. Der Wegberger Bahnhof muss einen attraktiven Bahnhofsvorplatz bekommen. Der Haltepunkt Dalheim muss zu einem Naturpark und Wanderbahnhof ausgebaut werden. Zur  Attraktivitätssteigerung der Bahn gehört ein ausgeweiterter stündlicher Taktfahrplan mit guten Anbindungen in Mönchengladbach. Als Fernziel sollte die Bahn als „light rail“ bis Roermond durchfahren. Genauso müssen die Wegberger Dörfer und die umliegenden Städte und Gemeinden durch einen verbesserten Busfahrplan vernetzt werden. Wir befürworten eine kostenlose Nutzung des ÖPNV durch Kinder und Jugendliche in unserer Stadt und befürworten ein Sozialticket.

Für die Mobilität per Fahrrad muss für unsere Stadt ein Radwegekonzept erarbeitet werden. Vor allem die Schulwege der Kinder müssen verkehrssicherer werden und vom Autoverkehr getrennt werden. Insbesondere an der Maaseiker Straße, an der Prämienstraße und an der Bahnhofstraße müssen Radwege eingerichtet oder ausgebaut werden.

Um die Ziele grüner Mobilität erreichen zu können, benötigen wir einen integrierten Verkehrsentwicklungsplan und nicht eine punktuelle reagierende Planung wie sie momentan durchgeführt wird. Der Verkehrsraum muss aktiv im Sinne der Menschen gestaltet werden.

 

Tempo 30 innerhalb des Grenzlandringes

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Der Rat möge beschließen, dass der gesamte Bereich innerhalb des Grenzlandrings als Zone Tempo 30 ausgewiesen wird.

 

Begründung:

Nach den gesetzlichen Vorgaben § 45 StVO und der dazugehörigen Verwaltungsvorschriften ist das Gebiet innerhalb des Grenzlandrings ideal als Tempo 30 Zone zu nutzen.

·        Innerhalb des Rings ist die gesamte Infrastruktur – Geschäfte, Gesundheitswesen, Kindergärten, Schulen und Altenheime – bequem autofrei zu erreichen.

·        Innerhalb des Rings wohnen vor allem Menschen, für welche die Wohnstraßen ohnehin als Spielstraßen (325/326) oder die zulässige Höchstgeschwindigkeit mit 20 (274) bzw. 30 km/h ausgewiesen sind.

·        Motorisierte Verkehrsteilnehmer haben den Ring nach wenigen Minuten erreicht und die Tempo-30-Zone verlassen.

Innerhalb des Grenzlandrings sind nur wenige Straßen – wie Venloer Straße, Heidekamp, Beecker Straße, Lindenstraße – mit maximal 50 km/h zu befahren. Der überwiegende Teil der Straßen innerhalb des Rings ist bereits nur mit Tempo 30 zu befahren oder schon als 30-Zone ausgeschildert. Auf den 50km-Straßen sind nur kleine Stücke, siehe Prämienstraße bis Ortseingang Beeck, mit 50 km/h zu befahrbar. Eine Begrenzung auf 30 km/h würde sich in den Fahrzeiten nur minimal auswirken: Bei 1 km Strecke benötigt man mit 50 km/h 72 sec und mit 30 km/h 120 sec. Aber wo kann man schon 1 km mit 50 km/h durchfahren?

Durch die Maßnahme ist ein gleichmäßigeres Fahren mit dem Auto möglich. Beschleunigungen und Abbremsungen entfallen weitestgehend. Alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fahrradfahrer, ältere Menschen, Kinder, Rollstuhlfahrer werden sich auf den Strassen innerhalb des Rings sicherer bewegen können. Besonders an Straßenengpässen, z.B. an den Überquerungshilfen an der Beecker Straße, werden mögliche Gefahrenquellen durch das Vorbeifahren von Autos entschärft.

Der Schilderwald, der seit Einführung des motorisierten Verkehrs innerhalb des Rings wild gewachsen ist, kann abgeholzt werden. Fußgänger und Radfahrer werden nicht mehr an den Rand gedrängt. Sperren, die Fußgänger und Radfahrer behindern, sind auf ein Minimum zu reduzieren. Pfosten sind zur Sicherheit mit Reflektoren auszustatten. (siehe: Verwaltungsvorschriften zur StVO).

Wir gehen davon aus, dass die Reduzierung der Geschwindigkeit die Unfallhäufigkeit um ca. 2/3 verringern wird, da die meisten schweren Unfälle im 50 km/h Bereich passieren. Die Energie des Aufpralls ist bei 30 km/h nur etwa 1/3 der bei 50 km/h. Statt 30 Unfälle pro Jahr würden es dann nur noch 15-20 Unfälle pro Jahr sein!

Die Kosten für diese Maßnahme sind aus dem laufenden Etat zu bestreiten, die Arbeiten können vom Bauhof durchgeführt werden. Vor Einführung der 30-Zone ist allen Haushalten in Wegberg ein entsprechendes Informationsblatt auszuhändigen.

Euroregionaler ÖPNV – Verkehr grenzenüberschreitend

Die Rathäuser von Wegberg und Roerdalen liegen rund 20 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Zu Fuß bedeutet dies viereinhalb Stunden, mit dem Fahrrad eineinviertel Stunde und mit Bus und Bahn ist man/frau mehr als dreieinhalb Stunden unterwegs.

Im Nachbarland hat die Provinz Limburg die ÖPNV-Lizenz gerade ausgeschrieben. Bald wird diese für die nächsten 15 Jahre neu erteilt. Entlang der 77,5 Kilometer Grenze zum Kreis Heinsberg bedeutet dies: für den fünf bis zehn Kilometer schmalen Streifen bis zur Maas, welche die Landesgrenze zwischen Belgien und den Niederlanden markiert.

Wäre es da nicht sinnvoll, ÖPNV grenzüberschreitend zu konzipieren – beispielsweise wie in der Städteregion Aachen, Euregio Maas-Rhein, oder der Euregio Gronau?

Europawahl & Kommunalwahl – die Zeit ist längst überfällig, mit Bus oder Bahn zügig ins Nachbarland zu kommen!

Die Nachbargemeinden Wegberg und Roerdalen verbindet die ehemalige Bahntrasse für den Güterverkehr zwischen dem Seehafen Antwerpen und dem Ruhrgebiet. Im internationalen Naturpark Maas-Schwalm-Nette quert sie zwischen Vlodrop-Station und Dalheim-Rödgen die Landesgrenze mit dem Peellandbreuk.

Peellandbreuk nennen unsere Nachbarn den Bruch in der Erdkruste, der Jahr für Jahr um 2 bis 4 Millimeter größer wird. Beim schwersten Erdbeben in den Niederlanden am 13. April 1992 war diese Bruchstelle mindestens 40 Meter breit. Wer mit dem Fahrrad zwischen Wegberg und Roerdalen unterwegs ist, nimmt den Peellandbreuk durch das Gefälle beim Überqueren der Grenze wahr.

Geologische Fakten und Naturschutz sind ernsthafte Argumente, gegen Güterverkehr auf dem „Eisernen Rhein”. Personennahverkehr auf der Schiene bleibt denkbar, doch ÖPNV euregional ist mehr!

„Herzlich willkommen im westlichsten Kreis Deutschlands”, begrüßt der Kreis Heinsberg die Besucher seiner Website. „Von den 171 Kilometern Kreisgrenze sind 77,5 Kilometer Grenze zu den Niederlanden.”

Entlang dieser Grenze wohnen rund 210 500 Nachbarn. Sie wohnen in ländlicher Umgebung, verteilt auf viele Dörfer und Ortschaften. Gut ein Drittel der Grenzlandbewohner sind zu jung für eine Fahrerlaubnis. Hinzu kommen mindestens ebenso viele Menschen, die aus anderen Gründen auf ÖPNV angewiesen sind.

Das ÖPNV-Angebot des Kreises Heinsberg ist beschränkt. Grenzüberschreitende Angebote gibt es kaum. Nur eine Handvoll Bus- und Bahnverbindungen führen in die Städte und ringsum. Sie werden zudem von unterschiedlichen Verkehrsverbünden – VRR und AVV – betrieben. Eine Zusammenarbeit über die Landesgrenze hinweg existiert nur ansatzweise in der Städteregion Aachen.

Der Kreis Heinsberg grenzt über 77,5 Kilometer an den mittleren Teil der niederländischen Provinz Limburg. Midden-Limburg grenzt im Osten an den Kreis Heinsberg, im Westen bildet die Maas die Grenze zu Belgien.

• Im Kreis Heinsberg leben auf 627,98 km2 rund eine Viertelmillion Einwohner.

• In Midden-Limburg leben auf 297,03 km2 rund 150 000 Einwohner.

• Euregional leben beiderseits der Grenze des westlichsten Kreises rund 400 000 Menschen.

• ÖPNV euregional: praktisch 0.

 

Fahrradschnellwegenetz in Wegberg und Umgebung

Fahrrad fahren ist schön, wenn es nicht so gefährlich wäre. Wir wollen nach niederländischem Vorbild Fahrradschnellwege schaffen, die Wegberg mit Erkelenz, Mönchengladbach, Wassenberg und die Niederlande verbinden. Fahrradschnellwege (Snelfietsroute) sind Fahrradwege, die weitgehend kreuzungsfrei und breit ausgebaut sind und über einen leisen, leicht rollenden Straßenbelag verfügen. Fahrradschnellwege kommen dem Berufsverkehr (Pendlern) und dem Tourismus zugute. Die Niederlande verfügen über ein landesweites Netz von ‚Snelfietsroutes‘. Ein Beispiel, das auch bei uns Schule machen sollte. Genauere Vorschläge für den Ausbau eines Streckennetzes in Wegberg folgen in Kürze.

 

Mehr Freiräume für Kinder

Kinder wachsen heute nur noch in geschützten Räumen auf. Vorbei sind die Zeiten, in denen Jungen und Mädchen auf sich alleine gestellt durch Wälder, Bäche und Wiesen streifen konnten. Das Sicherheitsbedürfnis der Eltern hat der Bewegungsfreiheit einen Riegel vorgeschoben. Hatten Kinder vor 20 Jahren noch einen Spielradius von 20 Kilometer, sind es heute allenfalls noch 4 Kilometer. Diese Beschränkung – der amerikanische Kinderpsychologe Mark Francis spricht sogar von einer „eingesperrten Kindheit“ – wirkt sich unmittelbar auf die Persönlich-keitsentwicklung der Kinder aus. Weil den Kindern die Möglichkeit fehlt, die Welt spielerisch mit Gleichaltrigen auf eigene Faust zu entdecken, leidet die kindliche Kreativität. Statt selber Spiele zu erfinden, lassen sich viel auf die Spiele am Computer ein. Zudem übertragen sich die elterliche Ängste – Erziehungsunsicherheiten, Förderungsstress, diffuse Zukunftsängste – auf den Nachwuchs. Damit sich die  Pharmaindustrie und die Kindersicherheitsindustrie nicht freuen können, müssen wir in Wegberg den Kindern und Jugendlichen Freiflächen und Spielflächen zu Verfügung stellen.