Ortsverband Wegberg
Kreis Heinsberg
Grüne stimmen zum ersten Mal einem Haushalt mit großen Bedenken zu
Rede zur Haushalssatzung für das Haushaltsjahr 2011
Es gilt das gesprochene Wort!
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
meine Damen und Herren!
Dieser, uns heute zur Abstimmung vorgelegte Haushaltsentwurf, ist kein echter Sparhaushalt!
Wir haben uns bemüht Einsparungen zu finden, die erst mal niemanden in seiner Arbeit blockieren.
Sie, Herr Bürgermeister, haben es anscheinend nicht geschafft, ihren Beamten zu vermitteln wie dringend notwendig es ist, das Einsparungen vorgenommen werden müssen. Nicht einmal der Kämmerer, Herr Esser, konnte deutliche Sparvorschläge für diese Neuauflage machen. Lediglich aus dem Baudezernat kamen Vorschläge, die wir dann auch dankbar umgesetzt haben.
Die Einsparungen in diesem Haushaltsentwurf betragen lediglich 10% von wenigen Positionen und zusätzlich sind, auf Grund unserer Anträge, viele Luftbuchungen strichen worden.
Das heißt: aus diesem Haushaltsentwurf wurden lediglich viele Maßnahmen gestrichen oder ins Jahr 2012 verschoben, die in diesem Jahr sowieso nicht mehr hätten umgesetzt werden können.
Und das auch nur, weil der Haushaltsentwurf viel zu spät eingebracht wurde und jetzt auch noch vom Landrat genehmigt werden muss.
Auch ohne Haushaltssicherungskonzept, müssen Sie, Herr Bürgermeister, die Verantwortung für die Fehler ihrer Partei bei der städtischen Haushaltsführung aus den vergangenen Jahren übernehmen!
Obwohl wir bisher alle Jahre ihre Haushaltsführung abgelehnt haben, sind wir bereit in diesem Jahr die Verantwortung für diesen „Sparhaushalt“ mitzutragen.
Wir, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bemühen uns ehrliche und für den Bürger transparente Politik zu machen.
Wir erwarten aber, für das Jahr 2012, bereits beim ersten Haushaltsentwurf,
die vom Kämmerer versprochenen Verbesserungen, klar und deutlich formulierte Ausgaben, sowie die notwendigen Einsparungen!
Für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Eleonore Zimmermann
Fraktionsvorsitzende
Grüne lehnen Haushalt ab

- Fraktionsvorsitzende Eleonore Zimmermann
Rede zur Haushaltssatzung für das Haushaltsjahr 2011
Wegberg, dem 19. Juli 2011
Es gilt das gesprochene Wort!
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
meine Damen und Herren!
In diesem Jahr bedanken wie uns besonders bei den Mitarbeiterinnen in der Kämmerei, die mit großen Einsatz dazu beigetragen haben, dass Herr Esser, und Herr Bertrams dieses Zahlenwerk vorlegen konnten. Obwohl die Planung anscheinend mit der „heißen Nadeln“ gestrickt worden ist. So viele auszutauschende Seiten, während der Beratungsphase um aktuelle Zahlen zu haben, hat es noch nie gegeben. Wir konnten nicht sicher sein, ob wir immer über die gleichen Zahlen diskutierten. Es war auch nicht hilfreich, dass während der Haupt- und Finanzausschusssitzung die aktuellen Zahlen hinter unserem Rücken vorgestellt wurden.
Das Anschreiben zu diesem Haushalt liest sich dann auch noch wie ein Märchen. Im Haushaltsentwurf auf Seite 12 konnten wir folgendes lesen: „Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren die Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise, die auch auf den städtischen Haushalt durchschlugen.“
Die Wirtschaftskrise in Wegberg ist schon sehr viel älter und heißt: verantwortungsloser Umgang mit Steuergeldern!
Heute sollen wir, für das Haushaltsjahr 2011, trotz sinkender Einnahmen, einen Haushalt von knapp 52 Millionen Euro beschließen. Im vergangenem Jahr konnte der Haushalt nur durch eine Entnahme von 4,4 Millionen Euro aus der Ausgleichsrücklage ausgeglichen werden. In diesem Jahr weist der Haushalt sogar einen noch höheren Fehlbetrag aus. Es sind
5,4 Millionen Euro!. Wie hoch die Summe der Ausgleichsrücklage ist, kann nur geschätzt werden, da die Haushalte für 2009 und 2010 noch nicht abgerechnet wurden. Ob die Ausgleichsrücklage nicht schon heute endgültig aufgebraucht ist, wissen wir nicht. Sie hoffen und verrechnen trotzdem noch einmal 4,6 Millionen Euro aus dieser Ausgleichsrücklage, benötigen aber zusätzlich auch noch das Eigenkapital der Stadt zum Ausgleich des Haushaltes.
Und Sie, Herr Bürgermeister, lassen ihren Fraktionsvorsitzenden Herrn Gelissen sagen, die Stadt stehe mit dem Rücken zur Wand, weil von der Landesregierung NRW nicht das eingeplante Geld kommt. Steuereinnahmen, die auch dem Land nicht wie erhofft zur Verfügung standen, zu einer Zeit, als ihre Fraktion in Düsseldorf sogar gegen den Haushaltplan Klage eingereicht hatte, weil er zu hoch war!
Die Stadt steht mit dem Rücken zur Wand, weil Sie, Herr Bürgermeister, auch schon als Fraktionsvorsitzender und Ratsherr der CDU, Jahr für Jahre, jeder Haushaltsplanung zugestimmt haben und jeden Haushalt legitimiert haben. Obwohl sie wussten, dass jedes Jahr mehr Geld ausgegeben als eingenommen wurde.
Eigentlich können Sie auf 40 Jahre absolute CDU Mehrheit zurückblicken und somit auch auf 40 Jahre der städtischen Haushaltsführung!
Jetzt als Bürgermeister, müssen Sie Herr Pillich, heute die Verantwortung auch für die Fehler der vergangenen Jahre übernehmen!
Der Kämmerer, Herr Esser, spricht ständig davon, dass ein Haushaltsicherungskonzept für die Stadt vermieden werden muss!
Und Sie, Herr Bürgermeister, träumen deshalb von einem Konzern! Als Konzernchef mit insolventen GmbHs? Wo das Geld und das Personal für selbständige Konzernteile herkommen soll, können sie uns bis heute nicht schlüssig erklären. Diese Privatisierungen sollen den Stadthaushalt für die nächsten drei Jahre, zu mindest auf dem Papier entlasten. Die Verluste dieser GmbHs sollen aber auch weiterhin durch die Stadt ausgeglichen werden. Als Ausfallbürgschaften oder als Patronatserklärungen wie beim Krankenhaus?
Dieser, Ihr Haushalt, lässt an keiner Stelle erkennen, wie Sie die Stadtverwaltung handlungsfähig und autonom erhalten wollen. Wir haben beantragt, dass die KGST – die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement beauftragt werden soll, die Verwaltungstätigkeiten zu analysieren und ein Konzept mit Einsparungsmöglichkeiten zu erarbeiten. In der Haupt- und Finanzausschusssitzung vom 10.Mai 2011 wurde dieser Antrag mit Mehrheit beschlossen. Er ist nicht ins Protokoll der Sitzung aufgenommen, geschweige denn umgesetzt worden.
Mit der Hilfe externer Berater wollten Sie den Haushalt für 2011 bis Dezember 2011 so aufstellen, dass alle kostenintensiven Bereiche ausgelagert werden und Sie Konzernchef werden!
Der Rat beschloss aber mehrheitlich andere externe Berater zu beauftragen als Sie es wollten. 21 Tage später erhielten wir diesen, Ihren Haushaltsentwurf. Einen Haushaltsentwurf der handwerkliche Fehler beinhaltet und überhaupt nicht transparent ist. Keiner kann genau sagen , welche Zahlen was bedeuten. Es werden ca.100.000 Euro für „GWG“ geplant und weitere zig tausend Euros für den „Erwerb beweglicher Sachen“. Keiner weiß, was damit angeschafft werden soll. Die Schulen erhalten auch in diesem Haushaltsplan Jahr für Jahr, in den unterschiedlichsten Höhen, Geld für die Möblierung ihrer Lehrerzimmer. Wir glauben den Auszahlungen der letzten Jahre schon nicht und die Planzahlen für 2011 sind auch nur Absichtserklärungen und könnten deshalb auch gestrichen werden.
Wir, BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN erwarten, dass Sie ihre Wahlversprechen einlösen und unsere Stadt im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger transparent, attraktiv, lebenswert, zukunftsorientiert und kinderfreundlich gestalten.
Anhand einiger Beispiele möchte ich Ihnen verdeutlichen, was wir meinen.
Die Stadt muss sparen, weil in den letzten Jahren das Geld zu sorglos und ohne öffentliche Verantwortung ausgegeben wurde. Dem Wunsch nach einem Bürgerhaushalt wollen sie nicht nachkommen. Haben Sie kein Vertrauen in die Bürger dieser Stadt? Sie müssten dem Bürger natürlich erklären, wofür genau sie die Steuergelder verwenden wollen. Mit „GWGs“ und den Begriffen „Erwerb beweglicher Sachen“ wird er sich nicht zufrieden geben. Wir glauben, dass die Bürger unserer Stadt, bereit wären auch unpopuläre Sparmaßnahmen mitzutragen, wenn sie offen und ehrlicher über die finanzielle Situation der Stadt informiert würde. Heute glauben sie doch, wer u.a. ein Krankenhaus für 26.000 Euro verkauft und mit Eigenkapital ausstatten kann, muss genug Geld haben! Dem ist leider nicht so!
Sie wollten ein Bündnis für den Sport verabschieden, ohne den Vereinen offen und ehrlich zu sagen, dass dieses Bündnis nur ihre ehrenamtliche Arbeit anerkennen wird, weil eine finanzielle Förderung angesichts dieser katastrophalen Haushaltslage nicht möglich ist.
Ist das Ihre Vorstellung von Transparenz und Bürgernähe, Herr Bürgermeister?
Im Juni 2011war ein ehemaliger Ratsherr der CDU Schützenkönig. Laut RP sind Sie stolz, es ermöglicht zu haben, dass die bestehenden Verträge geändert und eine Genehmigung ausgesprochen wurden, so dass auf dem Rathausplatz wieder ein Kirmeszelt stehen konnte.
Ist das Bürgernähe oder Vetternwirtschaft?
Der Bürger hat das Recht, sein im Garten zur Bewässerung seiner Pflanzen benötigte Wasser über einen Gartenwasserzähler abrechnen zu lassen. Anteilige Abwassergebühren muss er auch ohne Abwasser zu produzieren trotzdem zahlen. Nach einigen Jahren muss seine Gartenwasseruhr erneut geeicht werden, sonst verliert sie ihre Berechtigung. Was dazu führt, dass das ganze Bewässerungswasser als Abwasser bezahlen werden muss. In der Stadtverwaltung kennt man das Verfallsdatum genau und benachrichtigt zeitnah das Kreiswasserwerk. Die betroffenen Bürger werden aber nicht informiert,weil die Kommunikation mit dem Wasserwerk per Email stattfindet.
Ist das nun Bürgernähe oder versteckte Subvention?
Wir erwarten mehr Transparenz und Offenheit, Herr Bürgermeister!
Es werden Einnahmen der SEG vorgesehen und verrechnet. In diesem Jahr sollen es 25.000 Euro sein und in den kommenden Jahren sogar 70.000 Euro.
Wo das Geld herkommen soll weiß man nicht. „Planungszahlen“ nennt der Kämmerer diese Zahlen.
Die Einnahmen ihrer privaten Dienstwagennutzung Herr Bürgermeister, konnten wir leider nirgendwo in diesem Haushalt finden. Da Sie letztes Jahr mit dem Dienstwagen sogar in Urlaub fuhren, erwarten wir für 2011 auch eine zuordnungsfähige Einnahmestelle.
Der Kämmerer soll 5 Millionen Euro für Zinssicherungsgeschäfte zur freien Verfügung bekommen, ohne den Rat vorab an der Ausgabenplanung beteiligen zu müssen.
Sie beklagen die weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise und den Rückgang der Gewerbeeinnahmen. Die Wirtschaft muss gefördert werden und sie planen für 2012 die Gewerbesteuer zu erhöhen. Die Gründung einer Bürgergenossenschaft für Solar- und Windkraftanlagen wollen sie der NVV überlassen. Vor etwa fünf Jahren wurde von uns schon der Antrag gestellt eine Bürgersolargenossenschaft mit städtischer Beteiligung zu gründen. Die Einnahmen aus diesen Solaranlagen hätten wir schon sehr gut gebrauchen können. Jetzt will Ihr Projektpartner das Geld verdienen! Warum macht die Stadt das nicht selber? Die Gründung von Stadtwerken wird wahrscheinlich sogar vom Land gefördert. Aber wir sollen uns heute bis 2026 festlegen und das, bevor wir all unsere Möglichkeiten bedacht, errechnet oder geplant haben.
Sie wollen den Schulstandort Wegberg erhalten und stärken!? Sie wissen schon lange, dass im ersten Schritt Grundschulen geschlossen werden müssen. Letztes Jahr berichtete die Rheinische Post schon über die notwendige Schließung der Grundschule in Klinkum. Erst danach wurde öffentlich darüber diskutiert, das es zuwenig Kinder in Wegberg gibt und die Klassen nicht mit den notwendigen Schülern gefüllt werden können.
Und jetzt sparen Sie an den Beförderungskosten für auswärtige Schüler. Die Schulen sollen wegen ihren guten pädagogischen Konzepten besucht werden, haben Sie mir auf meine Frage geantwortet, nicht weil sie auch fahrtechnisch gut zu erreichen sind! Die Bedürfnisse und Ängste von Eltern und Schülern werden dabei von Ihnen nicht berücksichtigt. Oder wollen sie nur die Kinder, deren Eltern es sich leisten können,sie täglich mit dem privaten Wagen zur Schule zu bringen. Wo bleibt da Ihr Engagement für die Umwelt?
Ist das Ihre Vorstellung von Transparenz und Offenheit, Herr Bürgermeister?
Sie dürfen Baumaßnahmen bzw. Investitionen bis 110.000 Euro freihängig vergeben, seither explodieren aber auch die Kosten nach Baubeginn. Sowohl bei der Sanierung des Wegberger Schwimmbads, im Gymnasium, beim Ersatzbau des BGZs, als auch bei der Laufbahnsanierung im Hans-Gisbertz-Stadion,
Die Ersatzturnhalle für Dalheim musste unbedingt in Wildenrath gebaut werden. Hat der Architekt die Pläne für die Turnhalle erstellt ohne die örtliche Gegebenheiten oder die Bodenbeschaffenheit geprüft zu haben? Die Arbeiten verzögern sich seit Wochen und werden immer teuer, weil erst jetzt festgestellt wurde, dass es auf dem Baugelände eine Quelle gibt. Vielleicht hätte man nur ein Schwimmbad bauen sollen!
Die Probleme der Jugendlichen in unserer Stadt werden von Ihnen nicht wahrgenommen. Sie haben kein pädagogisches Konzept. Sie stellen eine Streetworkerin ein, die sich erst zurecht finden muss, um dann selbst ihr eigenes Konzept erstellen zu müssen Warum beauftragen Sie hier keine professionelle externe Hilfe? In der Rheinischen Post konnten wir am Freitag lesen, dass die Streetworker durch zwei neue Mitarbeiter aus dem Ordnungsamt unterstützt werden soll! Die Schulung zur Gefahrenabwehr und der Pfefferspray zu Selbstverteidigung bezieht sich hoffentlich nicht auf den Umgang mit Jugendlichen. Das ist für professionelle Jugendarbeit nicht hilfreich.
Sie Herr Bürgermeister dürfen nicht nur repräsentieren, Sie sind verantwortlich für die Arbeit in der Verwaltung und für diesen Haushaltsentwurf!
Wir, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden diesem Haushalt nicht zustimmen!
Für die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Eleonore Zimmermann
Fraktionsvorsitzende
Haushaltsrede der Fraktionsvorsitzenden Eleonore Zimmermann 2010 zum Runterladen
" ... Für das Haushaltsjahr 2010 sollen wir einen Haushalt von 47 Millionen Euro beschließen, der einen Jahresfehlbetrag von 4,4 Millionen Euro ausweist und wie schon in den vergangenen Jahren nur durch eine Entnahme aus der Ausgleichsrücklage ausgeblichen werden kann. ..." |
Große Koalition blamiert sich
PRESSERKLÄRUNG (19. Oktober 2009):
Der Rat der Stad Wegberg hat mit Mehrheit entschieden, die langjährige Bürgermeisterin Wegbergs, Hedwig Klein nicht zur Ehrenbürgermeisterin zu wählen. Ein Vorgang der eigentliche reine Routine sein sollte wurde zur Abrechnung und zum Nachtreten benutzt. In geheimer Abstimmung votierte eine Mehrheit - offenkundig vor allem aus SPD und CDU Ratsmitgliedern - gegen die Verleihung der Ehrenbürgermeisterwürde an Frau Klein. Die Fraktionen von Bündnis90/Die Grünen und FDP hatten vor der Abstimmung durch ihre Fraktionsvorsitzenden erklärt, dass beide Fraktionen geschlossen für die Verleihung der Ehrenbürgermeisterwürde an Frau Klein stimmen würden. Frau Klein hat über 34 Jahre in verschiedenen Funktionen die Politik der Stadt mitgeprägt. Dabei hat sie weder alles falsch noch natürlich alles richtig gemacht. Gerade wir Grünen haben in vielen Fällen (man denke an den Verkauf des Krankenhauses) die Politik von Frau Klein politisch bekämpft. Immer mit guten Gründen und offenem Visier. Allerdings hat Frau Klein Politik in Wegberg ja nicht alleine gestaltet. Vielmehr wurde sie dabei getragen von der ewigen absoluten Mehrheit der CDU. Genau die Stadträte der CDU, die sich nun so schofelig verhalten und Frau Klein die Ehrenbürgermeisterwürde verweigert haben, haben viele Jahre lang Frau Klein als Person und die Politik der Verwaltung, die Frau Klein dann ausgführt hat, bestimmt. Als Zugpferd der CDU war Frau Klein jahrzehntelang gut genug, bei Wahlen für Mehrheiten zu sorgen. Schon im Wahlkampf war zu beobachten, wie sehr die CDU Ratsmitglieder sie ignorierten und sich nur noch im Lichte des neuen Sonnenkönigs Pillich sonnten - jetzt hat eine Mehrheit von Ratsmitgliedern aus SPD und CDU sich als charakterlos genug erwiesen, Frau Klein diese selbstverständliche Ehrung zu verwigern. Nicht mal den Mumm zu einer offenen Abstimmung haben sie gehabt. Die Äußerungen des neuen Fraktionsvorsitzenden der CDU und SPD, Gellissen und Fegers zeugen von Heuchelei. Wer vor der Sitzung in internen Beratungen festlegt, dass eine geheime Abstimmung verlangt werden wird, wer weiß, wie die Stimmung in der jeweiligen Fraktion ist, der muss einschätzen können, was für eine Blamage da drohen könnte. Dagegen nichts zu unternehmen sondern die Dinge treiben zu lassen, zeigt wie wenig Fingerspitzengefühl und politisches Geschick bei CDU und SPD vorhanden ist. Ich muß nach dem Verlauf der ersten Ratssitzung sogar vermuten, dass die Forderung nach geheimer Abstimmung und das Ergebnis gegen Frau Klein Teil des Deals dieser großen Koalition ist. War das der Preis dafür, dass Nicole von den Driesch wieder Bürgermeisterin werden durfte? Kurz vor der entscheidenden Abstimmung über Frau Klein wurden mehrere ehemalige Ratmitglieder verschiedener Parteien zu Ehrenratsmitgliedern ernannt. Weil sie 20 und mehr Jahre für die Stadt Wegberg im Rat gearbeitet haben. Das war anzuerkennen und wurde anerkannt. Es ist sehr zu hoffen, dass diese und früher ernannte Ehrenratsmitglieder vor allem aus den beiden großen Parteien ihren jetzt im Rat sitzenden Parteifreunden ernsthaft ins Gewissen reden. Wir jedenfalls werden diese Abstimmung nicht hinnehmen und hoffen sehr, dass der Rat einen Weg findet, das Abstimmungsergebnis zu korrigieren.
Markus Groß
stellv. Fraktionsvorsitzender
Bündnis'90/Die Grünen
im Rat der Stadt Wegberg
Schmusekurs von CDU und SPD soll große Koalition vorbereiten
PRESSERKLÄRUNG (26. August 2009)
Das die SPD sich einem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten verweigert hat, ist bekannt. Nun lassen sich auch die Gründe dafür erahnen: Die SPD unter Nicole von den Driesch ist auf dem Weg in eine große Koalition mit der Pillich-CDU.
Anders kann man den im Rat schon länger erkennbaren Schmusekurs der beiden Kandidaten nicht erklären. Dass die SPD bis auf das Thema Gesamtschule nur Gemeinsamkeiten mit der CDU entdeckt, lässt sich nur mit Schmetterlingsgefühlen frisch Verliebter erklären. Als Alternative zur ewigen Mehrheitspartei CDU fallen die SPD und ihre Bürgermeisterkandidatin jedenfalls komplett aus. Dabei wäre es so wichtig, Wegberg endlich mit einer neuen Mehrheit weiterzuentwickeln. Die CDU ist in fast 60 Jahren Alleinregierung verbraucht. Die Fehlentscheidungen und Skandale alleine der letzten 5 Jahre sind Legion. Die SPD hat sich in 60 Jahren ans verlieren offenbar so sehr gewöhnt, dass sie keine echte Alternative für den Wähler mehr darstellt. Wer Veränderung will, muss daher Eleonore Zimmermann zur Bürgermeisterin wählen und die Grünen im Rat stärken.
Schmusekurs ist das Eine. Wirklich unerträglich wird es aber, wenn man sich die Aussagen der beiden Kandidaten zum Krankenhaus ansieht. Da behaupten von den Driesch und Pillich sie seien von der Verwaltung im Zusammenhang mit dem Krankenhausverkauf nicht ausreichend informiert worden. Was für eine blamable Aussage. Sowohl Reinhold Pillich als auch Nicole von den Driesch sind langjährige Ratsmitglieder. Sie müssen wissen, dass Sie als Ratsmitglieder alle Informationen anfordern können, die sie für ihre Entscheidungen brauchen. Nicole von den Driesch war zudem Mitglied des Verwaltungsrates. SPD und CDU haben nur schlichtweg kein Interesse daran gehabt, mehr Informationen zu erhalten, Alternativen auszuloten oder Gutachten und Sachverstand einzuholen. Die Fraktion der Arbeiterpartei SPD und von den Driesch persönlich haben sich sogar geweigert, mit der Mitarbeitervertretung des Krankenhauses zu sprechen und sich anzuhören, wie Mitarbeiter im Krankenhaus von Dr. Pier unter Druck gesetzt wurden. Sie haben sich abgewandt.
Stattdessen wurden wir Grüne beschimpft, wenn wir Fragen gestellt haben. Wenn wir Alternativen ausloten wollten, Skandale wie die veruntreuten Erbbauzinsen aufgedeckt haben. In einer entscheidenden Sitzung kam von einem Ratsmitglied der SPD sogar der Antrag, die Debatte endlich zu beenden - dem haben SPD und CDU lärmend zugestimmt. Pillich und von den Driesch verdrehen schlicht die Tatsachen und versuchen zu vertuschen, dass sie die Verantwortung für die immense Verschwendung von Steuergeld tragen.
Auch hinsichtlich der Zukunft des Krankenhauses werden die Bürger von den beiden Kandidaten getäuscht. Das Ministerium hat glasklar erklärt, dass es keine Zukunft für das Krankenhaus Wegberg gibt, zumindest nicht für die Chirurgie. Der Antrag, das Krankenhaus aus dem Bedarfsplan des Landes zu nehmen steht. Es dauert halt seine Zeit. Es hat etliche Gespräche mit potentiellen und interessanten Investoren gegeben. Einige dieser potentiellen Investoren haben Ihre Konzepte auf Bitten der Grünen im Rat präsentiert. (Das zeigt, dass es auch vor dem Verkauf an Dr. Pier selbstverständlich Alternativen gegeben hätte. Man hätte nur danach suchen müssen, statt ca. 3 Millionen Euro Steuergelder zu verbrauchen und das Krankenhaus für 26.000 Euro quasi zu verschenken) SPD und CDU haben diese Gespräche nicht fortsetzen wollen. Dies jetzt für die Zukunft anzukündigen ist scheinheilig.
Übrigens: Die Waldorfschule haben die drei Oppositionsparteien zusammen mit Bürgermeisterin Klein gegen den Widerstand der CDU und Pillichs gerettet. Während wir eine Schule durchgesetzt haben, die eine Bereicherung für die Stadt darstellt, hat Pillich aus Berechnung gegen die eigene Bürgermeisterin agitiert. Nicht nur in diesem Fall hat sich gezeigt, dass dem Kandidaten Pillich die eigene Macht und Karriere wichtiger sind, als die Interessen der Stadt Wegberg und Solidarität zu den eigenen Leuten. Das auch Nicole von den Driesch ein Pöstchen wichtiger ist, als ernsthaft zu kandidieren ist nun auch klar geworden.
Markus Groß
stellvertr. Fraktionsvorsitzender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Schlappe für Pillich
'Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.' Das gilt auch für den Versuch des CDU-Fraktionsvorsitzenden Reinhold Pillich, mit unsauberen Verfahrenstricksereien die Abwahl des Technischen Beigeordneten Rudolf Fabry zu erreichen. Die RP berichtete und kommentierte die Abstimmungsniederlage Pillichs. Lesen Sie bitte hier die
Analyse der Wiederwahl Fabrys und den
Bericht über diese Wiederwahl.
Der Traum von der Barrierefreiheit - ein Essay
Hallo!
Selbst Rollstuhlfahrer(in)?
Oder schon mal vorübergehend probiert?
DANN sieht man eben, was andere gar nicht merken!
Die Barrieren.
Überall !!!
Die Diskriminierung. Die Ausgrenzung. Die guten Gründe, zu Hause zu bleiben.
Wer ist denn schuld daran, dass ich in Wegberg kaum essen oder Kaffee trinken gehen kann, weil die Toilette unten im Keller ist? Und falls parterre, trotzdem keine Behindertentoilette!
Sind die Gesetze schuld?
NEIN, die gibt es ausreichend, vom Bund und vom Land.
Oder die BauoOrdnung? Auch nicht, sie schreibt die Barrierefreiheit ausdrücklich vor!
WER DENN? Doch nicht etwa unsere Stadt? …..
Oh doch!
Hat Ihnen jemand erzählt, dass hier mit Behindertenparkplätzen alles paletti wäre?
Think again!
Denken Sie, ich fände eine Behindertentoilette beim Arzt, oder im Fitness-Studio?
Think again!
Aber am Krankenhaus kommt man sicherlich von dem Behindertenstellplatz direkt ins Gebäude bzw. ins Patienten-Café hinein, … oder?
Think again!
Wie konnte das denn so kommen? …
Wer hat sich so wenig darum gekümmert? … Es sprach wohl keiner für uns.
Und wer spricht jetzt für uns? Zum Beispiel in der Haushaltsrede …
Wer nimmt sich unsere Sache an?
Liebe Wähler, unterstützen Sie bitte jemanden, der es tut!
Ich und 499 andere Rollstuhlfahrer(innen) in Wegberg wären Ihnen dankbar!
Seien Sie bloß nicht der 501. !!!
Sie können es trotzdem nicht ganz ausschließen ………
Just think !!!
Vielen Dank!
Eine Rollstuhlfahrerin.
Haushaltsrede 2009 zum Runterladen
"Der vorliegende Haushalt für 2009 weist einen Fehlbedarf von Euro 630.000 auf. Er wird nur ausgeglichen durch einen Rückgriff auf die Ausgleichsrücklage. Die höchsten Steigerungen gegenüber dem Haushalt 2007 sind die Personalaufwendungen mit einer Steigerung von 14 % und die Sach- und Dienstleistungen mit einer Steigerung von 42 %. In den vergangenen Jahren wurden die veranschlagten Mittel für die Sach- und Dienstleistungen nie vollständig ausgegeben. Warum wird in diesem Jahr soviel Geld zusätzlich eingeplant? ..." |





